Allerheiligen, Allerseelen und Halloween – was steckt dahinter?
Wenn Ende Oktober Kürbisse leuchten, verkleidete Gestalten durch die Strassen ziehen und am 1. November in katholischen Kirchen Allerheiligen gefeiert wird, stellt sich die Frage: Was haben diese Tage miteinander zu tun? Und warum spielen dabei Tod, Erinnerung und die Hoffnung auf ein Leben danach eine Rolle?
Allerheiligen — ein Tag des Gedenkens und der Hoffnung
Am 1. November feiert die katholische Kirche Allerheiligen. An diesem Tag erinnert sie an alle Heiligen - bekannte Persönlichkeiten ebenso wie Menschen, deren Namen kaum jemand kennt, die aber durch ihren Glauben, ihre Liebe und ihre Menschlichkeit Spuren hinterlassen haben.
In unserer Pfarrei wird an Allerheiligen auch der Verstorbenen gedacht, insbesondere jener Menschen, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Im Gottesdienst erinnern wir uns an sie und an das, was sie in unserem Leben bewirkt und hinterlassen haben. Auf dem Friedhof werden Gräber besucht, Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt. Diese Zeichen drücken Trauer, Verbundenheit und Dankbarkeit aus.
Allerheiligen verbindet das Gedenken an die Heiligen mit der Erinnerung an unsere Verstorbenen und der christlichen Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus. Der Tag lädt dazu ein, innezuhalten und den Menschen, die uns geprägt haben, einen Platz in unseren Gedanken und Herzen zu bewahren.
Allerseelen — ein Tag des Gebets für die Verstorbenen
Am 2. November begeht die katholische Kirche Allerseelen. An diesem Tag wird traditionell aller Verstorbenen gedacht und für sie gebetet. Während Allerheiligen den Heiligen gewidmet ist, steht an Allerseelen das Gebet für die Verstorbenen im Mittelpunkt. Allerheiligen und Allerseelen gehören eng zusammen. Beide Tage erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens und an die christliche Hoffnung auf die Auferstehung. In unserer Pfarrei wird besonders an Allerheiligen der im vergangenen Jahr Verstorbenen gedacht.
Halloween — wenn die Welt der Lebenden auf die der Toten trifft
Halloween wird am 31. Oktober, dem Abend vor Allerheiligen, gefeiert. Der Name stammt vom englischen Ausdruck All Hallows’ Eve und bedeutet sinngemäss «Vorabend von Allerheiligen».
Die Ursprünge von Halloween sind vielfältig. Eine mögliche historische Wurzel ist das keltische Fest Samhain, das den Übergang in die dunkle Jahreszeit markierte. Mit diesem Fest waren Vorstellungen verbunden, wonach die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten zu dieser Zeit besonders durchlässig sein könnte. Geister und übernatürliche Wesen spielten in den damit verbundenen Vorstellungen und Bräuchen eine Rolle.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Traditionen weiter. Besonders irische und schottische Bräuche prägten Halloween, bevor es sich in Nordamerika weiterentwickelte und von dort in seiner heutigen Form in viele Länder gelangte.
Kürbisse mit geschnitzten Gesichtern, Verkleidungen, Geistergeschichten und das bekannte «Süsses oder Saures» gehören heute zu den bekanntesten Halloween-Bräuchen. Der Bezug zu Tod und Jenseits ist dabei oft in den Hintergrund getreten. Heute stehen vor allem Unterhaltung, Fantasie und das spielerische Gruseln im Vordergrund.
Was verbindet Halloween mit Allerheiligen?
Der Zusammenhang liegt sowohl im Datum als auch in der Geschichte. Halloween findet am Vorabend von Allerheiligen statt, und bereits sein Name verweist auf das christliche Fest. Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Bräuche und Traditionen entwickelt, die sich teilweise gegenseitig beeinflusst haben.
Alle drei Tage berühren auf unterschiedliche Weise die Themen Tod, Vergänglichkeit und das, was über das sichtbare Leben hinausgeht. Die heutige Form von Halloween ist allerdings kein katholisches Kirchenfest. Während Halloween vor allem von Verkleidung, Grusel und Unterhaltung geprägt ist, erinnert Allerheiligen an die Heiligen und bei uns auch an die Verstorbenen des vergangenen Jahres. Allerseelen ist dem Gebet für alle Verstorbenen gewidmet.
Drei Tage — unterschiedliche Bedeutungen
Ob mit geschnitzten Kürbissen, einem Gottesdienst oder einer Kerze auf dem Friedhof: Ende Oktober und Anfang November begegnen uns unterschiedliche Bräuche, die auf ihre Weise an Leben, Tod und Erinnerung rühren.
Vielleicht ist gerade das eine gute Gelegenheit, kurz innezuhalten: Welche Menschen haben unser Leben geprägt? An wen denken wir besonders? Und was möchten wir von ihnen in unserem eigenen Leben weitertragen?
Allerheiligen lädt uns ein, uns zu erinnern, dankbar zurückzublicken und Hoffnung zu schöpfen – auch dort, wo wir Abschied nehmen mussten.
Text: Kommunikation Pfarramt Kaisten